Kabel-Fernauslöser
[29.02.2004]
Diese Seite habe ich am 13.05.2007 von meiner anderen Website "doktor-markuse.de"
hierher übernommen, da ich den
Inhalt auf doktor-markuse.de demnächst einstampfen werde.
Die übernommenen Texte sind leicht an das Schema hier auf www.gismeth.de
angepasst worden, inhaltlich aber nicht verändert.
Ich wünsche viel Spaß beim lesen.
Fernauslöser
für Minolta Dimage D7/xx und A1
Nachdem
mir der Funktionsumfang meiner allerersten Digicam (Fuji Finepix S304) irgendwann
nicht mehr ausreichte, erstand ich im Januar 2004 eine gebrauchte Minolta
Dimage D7/Hi Digitalkamera.
Diese neue Kamera hat nicht nur ne Stange Geld gekostet ;-), sondern auch
alle manuellen Einstellmöglichkeiten, die ich mir wünsche. Und
sie hat sogar einen Remote-Anschluß für einen Kabelfernauslöser.
Super, damit kann ich bei längeren Belichtungen die Kamera auslösen
ohne sie oder das Stativ zu berühren.
Das Problem ist nur der Preis für den originalen Auslöser von
Minolta. Über 50,- Euro soll so ein Ding kosten :-(
Das muß auch günstiger gehen! |
|
Nun denn, Anregungen und Zerstreuung von Zweifeln bekam ich durch einige Technik-Beiträge
im D7-Userforum, in dem ich ich bereits seit Dezember 2003 mitlaß. Zersteuung
deshalb, weil mir anfangs doch nicht so wohl war etwas Selbstgebasteltes an
eine nicht gerade "billige" Kamera zu pappen.
Aber da das vor mir schon viele andere geschafft haben, ging es eifrig ans Werk.
;-)
Der Remoteanschluß:
Also, auch auf die Gefahr hin, daß es bereits zuhauf Anleitung zum Bau
eines solchen Fernauslösers gibt, werde ich meine Version nicht länger
der interessierten Öffentlichkeit vorenthalten.
Ach so, mir fällt noch ein: Es gibt so einige Fernauslöser-Bauanleitungen
für diese Kamera-Reihe, die einen fehlerhaften Anschlußplan aufweisen.
Der Belegungsplan in dieser Anleitung ist definitiv richtig!

Von hinten auf die Kamera schauend, erkennt man nach Abstöpseln der Gummiabdeckung
die drei Pins der Fernauslöser-Buchse (Obwohl, es ja eigentlich ein Stecker
ist wegen der Pins :-))
Ein Fernauslöser macht nun eigentlich nichts anderes, als die Pins Fokus
und Auslöser mit der Masse zu verbinden. Genau das tut auch der Auslöseknopf
der Kamera.
Die Kamera verbindet (intern) bei halb durchgedrücktem Auslöseknopf
den Pin Fokus mit Masse, worauf hin die Kamera zu fokussieren beginnt. Bei komplettem
Durchdrücken des Auslöseknopfes wird (intern) zusätzlich noch
der Pin Auslöser mit Masse verbunden. Die Kamera nimmt jetzt ein Bild auf.
Genau das muß
auch unser Fernauslöser machen. Im Prinzip reichen zwei Taster aus, da
einfach nur die beiden rechten Pins mit der Masse (links) verbunden werden müssen.
Es gibt bereits einige Bauanleitungen die mit zwei Tastern arbeiten. Teilweise
recht originelle Ansätze, die z.B. eine Zweitasten-Computermaus zum Auslöser
umfunktionieren.
Mein Wunsch war es aber, einen mehr oder weniger schlanken Handauslöser
zu bauen, der von der Form her eher an den Regler einer Carrera-Bahn erinnert.
Außerdem wollte ich unbedingt einen zweistufigen Auslösetaster haben,
um das gleiche Auslösefeeling zu haben wie beim drücken des Kamera-Auslösers.
Der Schaltplan:
Der Schaltplan ist eigentlich ziemlich simpel. Die beiden Kontakte Fokus und
Auslösen werden nacheinander mit Masse verbunden. Das wird mittels zweier
Taster realisiert, die ich mechanisch zu einem zweistufigen Auslösetaster
umfunktioniert habe (siehe unten). Parallel dazu habe ich noch einen Schalter
vorgesehen, der beide Kontakte gleichzeitig mit Masse verbindet (dies ist problemlos
möglich, die Kamera fokussiert und schießt nach erfolgreichem Fokussieren
sofort das Bild). Mittels des Schalters kann man Langzeitbelichtungen durchführen,
ohne die ganze Zeit den Taster gedrückt zu halten. Der Schalter muß
ein 2-facher Einschalter sein, d.h. die beiden Schaltstrecken müssen elektrisch
voneinander getrennt sein.
Hier nun aber der Schaltplan:
|
|
S:
Schalter (2 x Ein oder 2 x Um)
T1: Taster mit geringem Druckpunkt (löst bereits bei leichtem Druck
aus)
T2: Taster mit starkem Druckpunkt (löst bei stärkerem Druck aus)
Die blaue Linie stellt die mechanische Verbindung zwischen den beiden Schalterkontakten
dar
|
Teileliste:
Die Taster, das Gehäuse und eine passende Buchsenleiste (2mm) zur Herstellung
eines "Steckers" habe ich bei C*nrad gekauft. Den Rest hatte ich in
der Grabbelkiste rumliegen.
Der Impulsschalter (das runde Ding mit den 4 Pins, T1) ist entgegen der Bezeichnung
ein Taster! Jedoch einer, der ab einem bestimmten Druck schlagartig und mit gut
vernehmbarem Klacken durchtastet. Der andere Taster (T2) hat einen etwas stärkeren,
aber weniger spürbaren Druckpunkt.

Der zweistufige Taster:
Da es weit und breit keinen (bezahlbaren) Taster mit zwei Schaltstufen und Druckpunkten
gab, musste hier improvisiert werden. Ich habe mir, wie oben schon erwähnt,
aus zwei Tastern mit jeweils unterschiedlichen Druckpunkten einen Zweistufen-Taster
gebaut.
Dazu habe ich die beiden Taster mechanisch übereinander fixiert, so daß
der obere Taster komplett auf dem Tastknopf des unteren Tasters liegt. Den Impulstaster
habe nach oben gesetzt, da er aufgrund des kleineren Druckpunktes als erstes tastet.
Außerdem konnte ich die quadratisch angeordneten Anschlußbeinchen
gut zur Fixierung nutzen. Ich brauchte den Tastknopf von T2 dazu nur mir ein paar
Schichten Schrumpfschlauch etwas dicker machen.
Das ganze sieht so aus:
Wird auf den oberen Taster Druck ausgeübt, dann löst dieser mit hörbarem
Klick aus und bei etwas stärkerem Drücken löst zusätzlich
der untere Taster aus. Zwar ohne "Klick", aber im späteren Einsatz
sagt die Kamera an dieser Stelle selbst "Klick", von daher ist das nicht
schlimm.
Der Schalter für Langzeitbelichtungen (Bulb-Aufnahmen):
Den zweifachen Schalter habe ich auf dem selben Platinenstück befestigt,
wie die beiden Taster. Ich musste die Anschlußpins des Schalters etwas verlängern,
da er sonst oben nicht bündig mit den Tastern abgeschlossen hätte. Da
muß man ein bißchen fummeln und am besten schon mal die Löcher
in das Gehäuse bohren, um die Paßgenauigkeit überprüfen zu
können.

Dann ging es noch darum die Taster und den Schalter so zu verdrahten, wie es der
Schaltplan vorgibt. Die Verdrahtung geschiet auf der Lochrasterplatine mittels
Litze (die Lötseite zeige ich aus gutem Grund jetzt mal nicht ;-D )
Als Kabelverbindung zwischen dem Kamera-Stecker und Handgriff habe ich ein ausgemustertes
Kopfhörerkabel benutzt, da es flexibel ist und auch die 3 nötigen Adern
besitzt.
Der Minolta-Stecker:
Ein Problem war noch der Stecker, der in die Remote-Buchse der Kamera gesteckt
wird.
Leider deckt sich der Abstand der Pins in der Remote-Buchse nicht mit dem in der
Elektronik üblichen Rastermaß von 2,54 mm. Einige Leute haben in ihren
Bauanleitungen kleine Stecker (eigentlich Buchsen) aus der Computertechnik benutzt.
Aber auch diese haben nicht das richtige Rastermaß. Ich habe es mal mit
einem Stecker in 2,54mm Raster versucht... rate aber dringend davon ab, weil die
Pins dabei ziemlich gebogen werden!
Deshalb habe ich mir einen passenden Stecker aus einer Buchsenleiste im 2mm Rastermaß
gebaut. Dieser paßt sauber in die Remote-Buchse und die Pins der Kamera
werden in keiner Weise verbogen.
Um auch aus mechanischer Sicht einigermaßen einen "Stecker" zu
bekommen, habe ich die Buchsenleiste und das angelötete Kabel mit mehreren
Schichten Schrumpfschlauch ummantelt. Anschließend habe ich noch überschüssige
Schrumpfschlauch-Schichten mit dem Messer weg-modelliert und eine Kerbe eingefräst,
damit der Stecker verpolungssicher in die Kamera gesteckt werden kann (Die Remote-Buchse
an der Kamera hat einen kleinen Stift, der in die Kerbe des Steckers greift).


Anm. [13.05.2007]: Mittlerweile bin ich dazu übergegangen den Stecker
aus je einem Stück Buchsenleiste im 2mm und 2,45mm Rastermaß anzufertigen,
da er dadurch nicht mehr so mickrig wirkt..
Das Gehäuse:
Jetzt ging es nur noch darum, dies alles irgendwie im Gehäuse unterzubringen.
Die Bearbeitung des Gehäuses hielt sich in Grenzen:
- Löcher bohren für den Kabeleinlaß und den Schalter
- Ein quadratisches Loch für den Auslöse-Taster bohren und in Form feilen
Die Platine mit dem Schalter und den Tastern hatte ich zuvor so zugesägt,
daß sie genau in des Gehäuse paßt. Da ich nichts kleben wollte,
habe ich die Platine kurzerhand mit einem kurzen Stück Holz im Gehäuse
festgeklemmt. Dadurch, daß der Schalter mit dem Gehäuse verschraubt
ist, kann hier auch nichts verrutschen.


Deckel drauf, anschließen, testen... geht! :-)
Das gute Stück funktioniert wirklich einwandfrei. Und auch das Auslösefeeling
ist Kamera-like.
Halb durchdrücken, die Kamera beginnt zu fokussieren und dann ganz durchdrücken
- Klick, ist das Bild im Kasten.